Empfehlung

Rainer Dolle
Geschäftsführer und Pädagogischer Leiter
Arbeit und Bildung e.V., Marburg, Deutschland
Am 10. und 11. Juni 2010 haben 170 Fachkrafte der beruflichen Integration behinderter Menschen aus 10 Landern Europas neue Wege zur Beschaftigung von Menschen mit Behinderungen gepruft. Mit Unterstutzung des europaischen Verbandes ARFIE, dem Hessischen Sozialministerium, der Stiftung Aktion Mensch, der Landesarbeitsgemeinschaft Integration Hessen und dem Mittelhessischen Bildungsverband e.V. (MBV) wurden beleuchtet:
- Die Bedeutung der UN-Behindertenrechtskonvention
- Die Modelle der unterstutzten Beschaftigung
- Der Ansatz des personlichen Budgets fur Arbeit
- Die Integrationsfirmen
- Die Neuerungen innerhalb der Werkstatten fur behinderte Menschen
- Die kommunalen Beschaftigungsgesellschaften und Sozialbetriebe sowie
- Die Innovationen in Frankreich, Ungarn, Rumanien, Polen, Belgien und Italien.
Die Teilnehmer/innen der Tagung mochten zum Abschluss folgendes empfehlen:

- Zunehmend entscheidend fur den Erfolg ist die Schnittstelle des Ubergangs von der Schule in den Beruf.
- Die Dienstleister zur Beschaftigung und Forderung behinderter Menschen befinden sich in einem Wettbewerb untereinander und sollten sich dessen bewusst sein.
- Die wachsende Zahl behinderter Menschen an der Schwelle zur Arbeitswelt birgt neue Optionen fur neue Wege ohne bewahrte, alte Strukturen in Frage stellen zu mussen.
- Die Vielfalt der Angebote ist zu begrusen, Kooperation sollte vor Konkurrenz herrschen.
- Die Suche nach individuellen Forderungen und Losungen erscheint wichtiger als standardisierte Strukturangebote zu bedienen.
- Die neue Sicht der Sozialraum-Orientierung bringt neue Chancen fur die Beschaftigung.
- Die vielfaltigen Alternativen in den Beschaftigungsgesellschaften, den Integrationsfirmen, durch unterstutzte Beschaftigung, durch den Anspruch auf das personliche Budget sollten mutiger werden, besser dokumentiert und als gesetzliche Regelforderung verankert sein.
- Die Innovationen der Werkstatten fur behinderte Menschen innerhalb und auserhalb mussen ebenso besser dokumentiert sein und deutlich mehr Interesse wecken.
- Ausschreibungen als Vergabe dieser Dienstleistung zur beruflichen Integration behinderte Menschen sind kein geeignetes Mittel zur Optimierung der derzeitigen Arbeitsangebote.
- Die Innovationen in Westeuropa erscheinen vielseitig aber untereinander nicht unahnlich.
- Osteuropaische Modelle brauchen sich keineswegs hinter den westeuropaischen zu verstecken.
- Wir empfehlen die Prufung und den Ausbau dieser neuen Wege zur Beschaftigung von Menschen mit Behinderungen durch die Politik, die Kostentrager, die Institutionen der Behindertenhilfe, den Gesetzgeber und die Verbande.
Marburg, 11. Juni 2010
Rainer Dolle / Arbeit und Bildung e.V. Marburg / arfie Europa
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